Ausgerechnet der Norden

Posted on 3. September 2010

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Der Original-Artikel erschien auf Free Range International: „Northern Exposure“, von BOT, 12.10.2008

Ausgerechnet der Norden

Dies ist mein erster Post auf freerangeinternational, ich denk wer Tim’s Posts gelesen hat wird ein oder zweimal über meinen Namen gestolpert sein. Zur Zeit bin ich oben in Mazar-e-Sharif, das in der nördlichen Mitte des Landes liegt… Ich bin der ‚BOT‘!

Vor zwei Tagen bin ich nach Hairatan gereist, das etwa 65 km nördlich von Mazar-e-Sharif liegt. Es liegt also am Fluss Amu Darya (vorher bekannt als Oxus-Fluss), welcher der längste Fluss Zentral-Asiens ist. Für jemanden wie mich, der nie irgendwo anders als im Süden oder Osten des Landes unterwegs war, war das schon etwas überraschend.

Die Strasse, die nach Hairatan führt, ist vermutlich eine der besten im Land: glatt, eben und relativ gerade. Sie verläuft durch eine flache Ebene, die von Sanddünen umgeben ist. Die Strasse endet an der afghanischen Seite der ‚Afghanistan-Usbekistan-Freundschaftsbrücke`.

Wie in jeder anderen Grenzstadt in diesem Land, sei das jetzt Torkham, Herat oder Spin Boldak, findet auch in Heiratan ein großer Teil des Importhandels mit seinem Nachbarn, Usbekistan, statt.

Einer der ins Auge fallendsten Eindrücke war die verkehrende Fracht-Schienenbahn. Nachdem ich in den meisten Ecken Afghanistans gewesen bin, und nur ‚Jingle‘-Laster und Sattelschlepper gesehen hab, war es ein ziemlicher Anblick einen Zug in Betrieb zu sehen. Der Hauptzweck der Eisenbahn ist der Transport von Treibstoff, der aus Usbekistan importiert wird.

Nachdem wir nach Heiratan rein gefahren waren, genoss ich in Gesellschaft eines Mit-Australiers (sogar ehemals Royal Australian Regiment) und eines Rhodesiers ein paar Erfrischungen und ein erstklassiges Steak. Wir hingen für ein paar Stunden rum, redeten und tauschten Kriegsgeschichten aus, wie das die meisten Typen tun.

Obwohl es einige heiße Flecken in der nördlichen Region gibt scheint hier eine viel positivere Einstellung unter den Leuten vorzuherrschen ihr Leben voranzubringen. Das könnte daran liegen, dass ethnische Unterschiede in der Bevölkerung toleriert werden. Wenn diese Einstellung von hier in den Süden/Süd-Osten weitergegeben werden könnte wären die Ergebnisse vieleicht sehr viel vielsprechender.
Die Sonne war uns schon voraus als es an der Zeit war nach Hause aufzubrechen. Obwohl das in den meisten Landesteilen ein Problem gewesen wäre, machten wir uns auf den Weg, mit offenen Fenstern, einer leichten Briese und dem leuchtenden Mond über der Wüste. Das war ein Erlebnis, dass zu geniessen mir bisher nicht ohne Dramen vergönnt gewesen ist, wie den Regierungsgegnern über den Weg zu fahren („encountering the AGE“) oder gar Friendly Fire.

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