Ebben und Fließen

Posted on 15. September 2010

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Der Original-Artikel erschien auf Water Flows: „ebbs and flows“ von Jennifer McCarhty, von 02.09.2010.

Ebben und Fließen

Dies sind traurige Tage für die Bewohner Faryabs. Tatsächlich wird das Leben im ländlichen Afghanistan, so wie ich das einschätzen kann, mit jeder verstreichenden Woche immer schwieriger. Faryab jedoch war eine Bastion relativen Friedens während den letzten Jahren. Während Konflikte in vielen anderen Provinzen auftraten und sich intensivierten, blieb das Leben in Faryab weitgehend das gleiche, oder, wie einige attestieren würden, verbesserte sich sogar.

Diese Tage, so fürchte ich, sind vorbei. Oder zumindest für den Augenblick verschwunden.

Dass letzte Woche in Faryab vier Mitarbeiter der Organisation für die ich gearbeitet habe entführt wurde war nur das letzte der grauenvollen Ereignisse. Eine Gruppe Taliban-Kämpfer stoppte ihr Fahrzeug entlang der Hauptstraße in einem entlegenen Distrikt, und kidnappte die vier Männer die sich als INGO-Mitarbeiter ausgaben („International Non-Government Organisation“, internationale Nichtregierungsorganisation). Ein Mann, der angab ein Schullehrer zu sein, und der Fahrer durften ihren Weg fortsetzen. Der Bericht eines Kollegen heute morgen offenbarte, dass zwei der Geiseln entlassen wurden. Verhandlungen zwischen Dorfältesten und den Kidnappern über die Freilassung der verbliebenen zwei Geiseln laufen.

In diesen gläubigsten Tagen innigsten Gebets und Einkehr, bitte ich meine muslimischen Freunde nicht nur für diese zwei Männer zu beten, sondern für alle Afghanen die angesichts des schnellen Niedergangs ihres geliebten Landes ums Überleben kämpfen.

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