Ein Schritt vor, drei Schritte zurück

Posted on 15. September 2010

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Der Original-Artikel erschien auf Water Flows: „one step forward, three steps back“, von Jennifer McCarthy, am 09.09.2010.

Ein Schritt vor, drei Schritte zurück

Zuerst, Eid mubarak! Ich hoffe, dieses Eid al-Fitr bringt jedem von euch und euren Lieben Friede und Freude.

Zweitens, und mit einer viel düstereren Note, glaube ich, dass dies eine dunkle Woche für meine Freunde und Kollegen in der Provinz Faryab ist.

Während ich sehr erleichtert bin, dass die vier gekidnappten Männer von den Taliban freigelassen wurden, so sind die Bedingungen ihrer Freilassung jedoch sehr besorgniserregend.

In den Verhandlungen hat die INGO („International Non-Government Organisation“, internationale Nichtregierungsorganisation) zugestimmt alle ihre weiblichen Mitarbeiter aus eben diesem Distrikt abzuziehen. Ich suche immer noch nach Klärung, wie die Verhandlungen die Teilnahme von Frauen an Projekten beeinflussen. Jedoch, ohne Mitarbeiterinnen welche die Arbeit unterstützen, ist die Wahrscheinlichkeit das überhaupt Frauen an Projekten teilnehmen wollen oder dürfen sehr gering.

Die Implikationen für Frauen in Faryab, und tatsächlich überall in Afghanistan, sind enorm und überwältigend unheilverkündend. Taliban-Forderungen nachzugeben kann nur zu mehr Ungerechtigkeiten führen.

Vor gerade mal etwas mehr als einem Jahr war Faryab verhältnismäßig eine Bastion des Friedens. Eine Veranschaulichung davon war, dass ich mich frei in Maimana und nahegelegenen Distrikten bewegen konnte, allein, mein eigenes Fahrzeug fahrend. Ich fürchtete keine Repressalien, da ich die Unterstützung der Dorfältesten hatte, welche mir versicherten dass die Taliban diese Gebiete aufgrund des starken Anti-Taliban-Zusammenahlts unter den Usbeken nicht infiltrieren würden.

All dies scheint sich mit rapider Geschwindigkeit zu ändern. Auch wenn ich frustriert bin, dass meine eigene Arbeit wegen diesen Veränderungen nicht vorankommen wird, so bin ich doch am Boden zerstört wenn ich daran denke wie sich meine Freunde und Kollegen in Faryab fühlen. Ihre Freiheit sich zu bewegen, zu lernen und zu arbeiten hat sich seit 2001 etwas verbessert, nur um jetzt, nach 9 Jahren ausländischer Intervention, in einen Abwärtstrend („pattern of regression“) zu fallen.

Ich fürchte, die Ereignisse dieser letzten Woche verkünden dass einige unserer schlimmsten Befürchtungen letztlich wahr werden. Ich hoffe, dass meine Angst unbegründet ist.

Auch dieses mal bitte ich wieder meine muslimischen Freunde um ein Gebet, diesmal für die Frauen von Faryab und Afghanistan, dass sie für die Fortsetzung ihres Kampfes gegen die zunehmende Verbreitung frauenfeindlicher Ungerechtigkeit nicht verfolgt werden mögen.

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